Die Radio-Interviews seit 2010
00:00:01: Radio eins.
00:00:03: Zwei auf eins, zwei Mann ein Thema!
00:00:07: Heute
00:00:08: ist unser Thema Jakobs.
00:00:10: Die Kaffeeverwaltung der Achtziger und Neunzige hat sich tief an unsere Gehirnwindungen eingebrannt.
00:00:15: Der Militamann zum Beispiel Und natürlich Jakobs-Kaffee, der mit dem angiblichen
00:00:19: Verwöhlaroma
00:00:20: Schmeckt doch alles nach Kaffee.
00:00:22: Aber die Werbung, die bleibt hängen!
00:00:23: Darüber sprechen wir mit unserem Marketing-Experten Markus
00:00:25: Bartelt.
00:00:26: Ich habe gar kein Auto...
00:00:27: Ja, wir sagen Jakobs Kröning und sie sagen Verwöhne Roma!
00:00:30: Richtig!
00:00:31: Da sieht man mal wie erfolgreich Werbung sein kann.
00:00:33: Und?
00:00:34: Wie alt wir
00:00:34: sind?!
00:00:35: Kaffeeverbungen zählen zu den ikonischsten deutschen Kampagnen und darüber besprechen wir mit unseren Marketing-experten Marcus Bartelt!
00:00:41: Schönen guten Morgen, Marcus!
00:00:43: Einen schönen guten Morgen!
00:00:44: So,
00:00:45: jetzt mal to the basics.
00:00:46: Wie lange gibt es Jakobs Kaffee eigentlich schon und wie sah die Werbung ganz ursprünglich aus?
00:00:52: Also Jakob's Kaffees gibt es schon seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts.
00:00:56: da wurde ja im Bremen wie üblich in so einem Kolonialwarenhandel eingeführt.
00:01:00: das war nicht nur Kaffe da waren auch noch Keks und andere Dinge mit dabei.
00:01:04: Die Zeit der Werbung ging natürlich richtig los nach dem Zweiten Weltkrieg.
00:01:08: Und damals hat sich auch Jakobs Café noch als Kostbarkeit verkauft, denn natürlich nach dem zweiten Weltkrieb in den Fünfzigern endlich wieder Bohnencafé!
00:01:16: Also in der Nachrichtszeit hat man ja aus allen möglichen Zutaten-Café gebühlt, zikorieren Café und ähnliches... ...und jetzt gab es eben wieder Bohnencafés und das war eine Kostbaarkeit.. ..und genau das wurde auch betont in sehr langen Werbespots.
00:01:31: Okay, dann kam die Achtziger und Neunziger in der wir jetzt mit Werbung sozialisiert, schrägstrich vollgepumpt wurden.
00:01:37: Und das war Verwöhn, Aroma und Kuh!
00:01:40: Genau so ist es.
00:01:41: Und da wurde vor allen Dingen in den Siebzigern die Frau Sommer eingeführt, Karin Sommer, die Kaffee-Expertin, die einen dann überfallen hat im Supermarkt und die arme Hausfrau, fast immer Hausfrauen natürlich haben beklagt das irgendeinem Kaffeeders Aroma fehlen würde.
00:01:58: Und Frau Sommer hat gesagt, da musst du Jacobs kaufen weil der hat das verwöhnen Aroma.
00:02:03: und mit Verwöhnenaroma meinte man natürlich damals dass der Gatte verwöhnt wurde.
00:02:10: Man hat den Kaffee für den Ehemann gekocht.
00:02:13: Das Patriarchat Krönung oder so, wie das hieß?
00:02:16: Aber die Frau Sommer war die eigentlich echt?
00:02:18: Hat man die irgendwo gefunden gecastet und erfunden?
00:02:22: Das war eine österreichische Dame in meiner österreichischen Schauspielerin, die das gemacht hat.
00:02:28: Die allerdings eine tiefe Stimme hatte, dass sie dann im Deutschen noch mal mit einer höheren Stimme nachdenken.
00:02:33: Oh Gott!
00:02:39: Von diesem Experten-Triming, also das ging ja dann so weiter.
00:02:42: Weil irgendwann war es auch in den Achtzigern nicht mehr zeitgemäß mit dem Ehemann und dann wurde die Werbung ein bisschen ginge in dieses Social Status.
00:02:49: Also diese Geschichte dass wenn die Gäste kommen... Es gibt diese gute Werbung mit der Taufe wo alle den Kaffee nur halb austrinken weil eben das Aroma fehlt.
00:02:59: Und da geht man dann in die Küche und heißt es dann naja Auch kaufen will gelernt sein.
00:03:05: Ich hab doch schon einen guten Kaffees gekauft Du brauchst den mit dem
00:03:09: Verwöhnenaroma.
00:03:11: Genau so ist es, ja?
00:03:12: Und danach sind alle glücklich an der Taufkafel und da gab's dann verschiedene Varianten davon.
00:03:17: also auf einmal war Kaffee für alle da und ich musste also wenn ich Gäste hatte darauf achten dass sich auch den richtigen Kaffees gekauft haben.
00:03:25: Das Verwöhn-Aroma hat aber auch ordentlich Konkurrenz.
00:03:27: Da kam Chibo, Idushu das war damals ja noch voneinander getrennt, dann gabs den Melitermann.
00:03:32: Ja, der Melisa-Mann war so eine Zeitendwendetin man hatte.
00:03:36: Weil auf einmal war dann Kaffee nicht mehr so eine Sache die man gemeinsam getrunken hat sondern Kaffees wurde immer mehr etwas was auch für sich allein getrunkt hat.
00:03:44: und da kam der Militermann ins Spiel der eben sagte ich verwöhne mich jetzt mal selbst Ich mache mir einen schönen Kaffeen.
00:03:51: Der Militarmann hat vor allen Dingen eine Sache gemacht.
00:03:53: Ihr müsst euch ja vorstellen, dass es wahnsinnig schwer ist etwas was man nicht schmecken kann und was man auch nicht riechen kann jetzt in Anzeigen- und Fernsehwerbung zu verkaufen.
00:04:02: das heißt Das hat ja thematisiert, der hat gesagt Mensch ich kann Ihnen hier eine Menge erzählen aber ich kann ihn gar nicht sagen wie lecker dieser Kaffee ist.
00:04:09: Das müssen Sie mir jetzt glauben oder sie kaufen sich den jetzt?
00:04:13: Dann können Sie selbst die Erfahrung machen.
00:04:15: also die haben das ganz geschickt aufgenommen und in den Achtzigern... Jetzt bin ich gespannt ob ihr euch daran erinnern könnt.. In den Aachtzigern hat auch Jakobs noch mal nachgezogen weil der Kaffeekonsum etwas zurück ging.
00:04:25: und dann gab es Jakobs Schwing-Swing Der freche Kaffe und wisst doch welcher ich
00:04:29: erinnere mich
00:04:31: Geworben wurde, weißt du das noch?
00:04:32: Nee.
00:04:33: Das weiß ich nicht mehr!
00:04:34: Das war frech, kommt weiter sagt Huber.
00:04:36: Ah ja!
00:04:37: Siehst du aber die Kampagne wusste ich noch?
00:04:39: Aber dass das für Kaffee war hätte ich wieder vergessen.
00:04:41: insofern ist es natürlich vielleicht nicht die beste aller Werbung gewesen... ...aber jetzt leben wir... Es ist ja nur nun vierzig-fünfzig Jahre später.
00:04:48: Wir leben im Barista Zeitalter.
00:04:50: Die Leute, die sich wirklich für Kaffe interessieren, die haben irgendwelche...
00:04:53: Baristälkungen?
00:04:54: Baristölkungen.
00:04:55: Die Leute die sich dafür wirklich interessieren haben eine hochwertige Espressomühle oder Handfiltern und haben ne V-Sixty zu Hause wiegen das mit Mikrogramm, Wagen ab usw.
00:05:08: Diese alten Kaffeemarken und der fertig gemahlene Pulvercafé.
00:05:14: Gibt es eine Chance sich zu verjüngen?
00:05:16: Probieren die das oder ist das nur was für alte Leute?
00:05:22: Also wenn man sich die Werbung zumindestens anguckt, dann sieht man das auch vom Angebot her.
00:05:26: Es ist ganz viele unterschiedliche Cafés jetzt gibt und auch die Werbung setzt auf das Barista-Feeling.
00:05:32: Das heißt auf einmal tauchen nicht mehr Wörter auf wie Verwöhnenaroma oder ähnliches.
00:05:36: Jetzt geht es um Slow Roasting, um Säureprofil und solche Sachen.
00:05:40: also man nimmt immer Rücksicht auf das, wie gerade Kaffee konsumiert wird.
00:05:45: Und man möchte natürlich aus diesem Oma-Kaffeekränzchen runden, möchte man natürlich komplett weg.
00:05:50: die finden auch heute nicht mehr so in dem Maße statt sondern heute haben die Leute eben wie du grad sagst die großen Maschinen zu Hause und brauchen ihren Spezialcafé.
00:05:59: Das ist natürlich eine Reaktion der großen Anbieter auch auf diese vielen Kleinstanbietern die es mittlerweile gibt ja alle besondere Bohnen haben und besondere Röstungen haben.
00:06:09: Die machen den Großen das Leben schon schwer
00:06:11: Genau, und die nennen dann einfach irgendeine Tüte Kaffee Barista-Edition.
00:06:14: Und schon läuft's weder Markus Bartl des Unser Marketingexperten mit dem Verwöhner Roma!
00:06:18: Mit ihm sprachen wir über Kaffeewerbung von Jakobs & Co... Hast du eigentlich ein Auto?
00:06:24: Ich habe gar kein Auto!
00:06:26: Ah, Tomakus!
00:06:28: Tschüss, schönen Sonntag, mach' auf, ciao!
00:06:29: Zu Hause trinkt man mal nie eine zweite Kasse
00:06:32: Kaffees.